Innovation Stuntman

Die Macht der Innovation.
Auf 224 Seiten.

Drei Jahre lang haben Stefan Scheer und Tim Turiak mit Menschen gesprochen, die herausragende Innovationen in die Welt gesetzt haben. Dabei reifte die Erkenntnis, dass das Feld der Innovationen da am interessantesten ist, wo in der Folge Macht neu verteilt wird. Wenn Innovationen den Menschen helfen, ihre Talente besser einzusetzen und bestehende Verhältnisse neu zu definieren. Lernen Sie die aufregenden Persönlichkeiten kennen, die mit ihrer Arbeit unsere Welt neu erfinden.

Unter anderem: Der britische Starkoch Arthur Potts Dawson, der mit dem „People's Supermarket“ das Prinzip Konsum neu erfindet; der Architekt Francis Kéré, der in Afrika eine Baukultur entwickelt, die zum Vorbild für den Rest der Welt werden kann; der kalifornische Gamedesigner Jenova Chen, der mit seinen preisgekrönten Videospielen neue Gefühlswelten auslotet und die New Yorker Designerin Katie Salen, die die Schule in ein Spielfeld verwandelt und so das Lernen der Zukunft erforscht. Darüber hinaus lernen Sie die Architekten Skylar Tibbits und Anders Willhelmson kennen und unternehmen mit den Informatikern Hod Lipson, Seth Cooper und Yaw Anokwa Ausflüge in die Gebiete der künstlichen Intelligenz, der medizinischen Forschung und des aufstrebenden digitalen Afrikas. Das Buch wurde von dem vielfach ausgezeichneten Designer Michel Becker aufwändig gestaltet. 

Mit einem Vorwort von Alexander Osterwalder. 

224 Seiten, davon 59 Bildseiten in Farbe. Bestellen bei Amazon, Mayersche, Hugendubel, Thalia, Managementbuch.

Bild: HaaralaHamilton.
Bild: HaaralaHamilton.

Die Macht der Konsumenten. 
Arthur Potts-Dawson.

Nach außen hin ist Arthur Potts Dawson ein Entrepreneur, wie ihn sich die Redakteure der Wirtschaftsmagazine attraktiver nicht wünschen können. Der erfolgreiche Restaurant-Unternehmer hat bei Jamie Oliver gelernt, gilt als Starkoch, ist klug, schnell, jung und gut aussehend. Und tatsächlich wäre er ein lupenreiner Entrepreneur, hätte er nicht einen entscheidenden Makel, der ihn in der Kaste der Unternehmertum zum Aussätzigen macht. Mit seinem Unternehmen The People´s Supermarket geht es ihm nämlich nicht um die Maximierung seiner Gewinne. Er ist an einer ganz anderen Währung interessiert, die in Zukunft für viele Unternehmen immer wichtiger werden wird. Es geht ihm um die Gemeinschaft. Für die Umsetzung seiner anspruchsvollen Ziele reaktiviert er eine der ältesten wirtschaftlichen Konstruktionen der Geschichte: die Kooperative.

Bild: thatgamecompany.
Bild: thatgamecompany.

Die Macht der Emotion. 
Jenova Chen.

Chens Design-Studio "thatgamecompany" ist einzigartig in der Milliardenindustrie der Videogameproduktion. Während in den Werken der Konkurrenz fast ausnahmslos gemetzelt und zerstört wird, hat sich sein Unternehmen auf die Produktion ganz anderer Spiele respektive Gefühle spezialisiert. Sie zeigen der Welt, dass die menschliche Wahrnehmung einen schier unendlichen Reichtum an Gefühlen kennt. Und sie zeigen nicht nur der Spieleindustrie, dass es im System Mensch noch viel zu entdecken gibt.

Bild: Erik-Jan Ouwerkerk.
Bild: Erik-Jan Ouwerkerk.

Die Macht der Kultur.
Francis Kéré.

Francis Kéré steht auf der Liste der hundert wichtigsten Architekten der Welt. Nicht etwa weil er monumentale Ikonen baut, sondern weil er Orte schafft, an denen sich Wissen, Formen und Ideen aus den verschiedenen kulturellen Hintergründen verbinden. Dabei entstehen Räume, in der die lokale Substanz erhalten bleibt, gleichzeitig aber Platz für das Neue ist. Damit liefert der Architekt das Modell einer alternativen Globalisierung. Dazu zählt auch sein berühmtes Operndorf in Burkina Faso.

Bild: Skylar Tibbits.
Bild: Skylar Tibbits.

Die Macht der Bausteine. 
Skylar Tibbits.

Dem jungen Architekten und Informatiker Skylar Tibbits geht es um die Eröffnung neuer Horizonte in einer Disziplin, die wie keine zweite immer noch von langweiliger Machtrepräsentation geprägt ist. Am MIT befasst er sich mit der Entwicklung von sich selbst-organisierenden Bauteilen, aus denen dann große Strukturen erwachsen. Tibbits Idee besteht darin, Ordnungsprinzipien in das Baumaterial selbst einzubetten oder kurz: um Gebäude, die sich selber bauen. So entstehen unter Tibbits Einfluss wundersame Schöpfungen, die den Designs aus Star Trek um Lichtjahre voraus sind.

Bild: Institute of Play.
Bild: Institute of Play.

Die Macht der Phantasie. 
Katie Salen.

Was sollen unsere Kinder lernen? Und wie lernen sie am besten, effektivsten, nachhaltigsten? Das 21. Jahrhundert verlangt radikal neue Antworten auf diese Fragen. Denn längst sind Globalisierung und Internet zum Betriebssystem unserer Zeit geworden. Ein Phänomen, dass die Art und Weise, wie wir konsumieren, Beziehungen pflegen, kommunizieren, Nachrichten wahrnehmen und Waren produzieren, für immer verändert. Tatsächlich ist der Bürger der digitalen Weltgesellschaft ein anderer als der Mensch des Industriezeitalters. Hierzulande machen die ideologischen Gräben zwischen links und rechts, Gutmenschentum und Konservatismus eine vorwärtsgerichtete Diskussionen über die Erneuerung der Schule so gut wie unmöglich. Katie Salen ist in den Staaten längst weiter. Sie setzt Ideen und Strategien im Unterricht ein, die wir sonst nur aus Videospielen kennen. Ihre Schule steht mitten in New York und heißt Quest2Learn.

Bild: Cornell University.
Bild: Cornell University.

Die Macht der künstlichen Intelligenz. 
Hod Lipson.

Hod Lipson ist einer der wichtigsten Ingenieure unserer Zeit. Mit seiner Arbeit wagt er sich in Bereiche vor, die unsere Vorstellung vom Leben einmal radikal auf den Kopf stellen werden. Als Direktor des »Creative Machines Lab« an der Cornell University gehört er zu den weltweit führenden Köpfe auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und der Robotik. Anders als viele seiner Kollegen befasst er sich jedoch nicht damit, einfache mechanische Apparate zukonstruieren. Ihn beschäftigen die Prinzipien desLebens, der menschlichen Intelligenz und die Frage, was man daraus für die Zukunft der Maschinen lernen kann.

Bild: peepoople.
Bild: peepoople.

Die Macht der sozialen Strukturen. 
Anders Wilhelmson.

Wo Menschen sind, ist auch ein Markt. Der größte Markt des Planeten existiert in den Ländern der dritten Welt, die 76 Prozent unserer Bevölkerung ausmachen. Mit dem Willen, zu helfen und einer genialen Produktidee erschließt der schwedische Architekt Anders Wilhelmson dieses schier grenzenlose Neuland. Was westliche Unternehmen von ihm lernen können: die Fähigkeit, sich selbst neu zu definieren. Eine Fähigkeit, die Wilhelmson zu einer Erfindung verholfen hat, die eines der drängendsten Probleme der Welt zu lösen vermag: den Mangel an sanitären Einrichtungen.

Bild: foldit.
Bild: foldit.

Die Macht des Spiels. 
Seth Cooper.

Wer bisher der Meinung war, Computer- und Videospiele seien sinnlose Zeitverschwendung, könnte sich nun eines besseren belehrt sehen. Seth Cooper hat mit Biochemikern der Universität Washington ein Videospiel erfunden, bei dem es nicht etwa um die Vernichtung eines Schurken oder die Rettung einer Prinzessin geht, sondern um seriöse wissenschaftliche Forschung. Der Clou: Die Spieler von „Fold.it“ können dabei helfen, Krankheiten wie Aids oder Alzheimer zu heilen.

Bild: Hélène Martin.
Bild: Hélène Martin.

Die Macht der Daten. 
Yaw Anokwa.

Nicht immer kommen die wichtigen Erfindungen in glänzenden Science-Fiction-Design daher. Im Falle des ODK von Yaw Anokwa sieht dies Erfindung nach gar nichts aus. Trotzdem hat der ehemalige Student der University of Washington eines der wichtigsten Instrumente der Neuzeit erfunden: eine Software, die SMS, Cloud-Comuting und eine Datenbank miteinander verbindet. Das Ganze ist ein kraftvolles Tool, um die Probleme der entlegensten Regionen der Welt in den Griff zu bekommen. Denn es hilft dabei, Krankendaten zu erheben, Wahlen in Afghanistan zu kontrollieren, über die Menschenrechte in Zentralafrika und über die Aufforstung von Regenwäldern zu wachen.

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